Freitag, 03. Juli 2009 um 17:44 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Vor dem heutigen Treffen der deutschen Kanzlerin mit dem US-Präsidenten hält sich Berlin verschiedene Optionen gegenüber Iran bereit. Nach den heftigen deutschen Attacken im Anschluss an die iranischen Präsidentenwahlen, die offen auf einen Umsturz zielten, sprechen Regierungsvertreter nun von einem "Angebot für gute Zusammenarbeit". Die Bundesregierung werde weiterhin einen "doppelten Ansatz" gegenüber Teheran verfolgen, erklärt ein Regierungssprecher.
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Freitag, 03. Juli 2009 um 17:43 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Am heutigen Donnerstag beendet die Bundeswehr die mehrtägige Erprobung eines neuen Militärradars auf der Kieler Woche. Das als "Sommerfest" beworbene Segelevent, zu dem rund drei Millionen Besucher erwartet werden, sei für einen Radar-Belastungstest geeignet, weil "unzählige Wasser- und Luftfahrzeuge unterwegs" seien, teilt die Kriegsmarine über die Nutzung von Sportlern und Touristen zu militärischen Testzwecken mit. Das neue Radarsystem ("LEXXWAR") soll feindliche Kämpfer in Schlauch- und Speedbooten orten können und wird unter anderem zur Aufstandsbekämpfung benötigt. Daneben nutzt die Marine die Kieler Woche auch dieses Jahr für PR-Zwecke: Viele Kriegsschiffe können besichtigt werden, eine Kranzniederlegung fand beim 1936 eingeweihten Marine-Ehrenmal in Laboe nahe Kiel statt. Zu den Marinefahrzeugen, die auf der Kieler Woche präsentiert werden, gehört neben einem US-Kommandoschiff aus den Kriegen gegen Jugoslawien und den Irak auch die Fregatte Karlsruhe, die an fast allen wichtigen Operationen der Bundesmarine seit 1990 teilgenommen hat. Die Stadt Karlsruhe unterhält eine offizielle Patenschaft zu ihr; in diesem Rahmen wurden bereits Kinderfreizeiten auf dem Kriegsschiff durchgeführt. Belastungstest Am heutigen Donnerstag beendet die Bundeswehr die Erprobung des neuen Militärradars LEXXWAR auf der Kieler Woche. Die Testphase hat mit dem Aufbau der mobilen Radaranlage am 15. Juni begonnen und läuft seit Wochenbeginn täglich mehrere Stunden im Normalbetrieb. Erfasst werden Luft- und Wasserfahrzeuge, darunter Sportsegler. Die Kieler Woche gilt als die größte Segelsportveranstaltung der Welt sowie als größtes Sommerfest im Norden Europas. Es werden Sportler aus rund 50 Staaten und zahlreiche Touristen aus dem Ausland erwartet. Die deutsche Kriegsmarine macht sich das Massenereignis zunutze, um LEXXWAR auf seine Leistungsfähigkeit zu prüfen - mit unfreiwilliger Hilfe ahnungsloser Teilnehmer sowie Gäste. "Wir wollen testen, wie viele Kontakte auf dem Wasser und in der Luft von der Technik und auch von den Bedienern verarbeitet werden können", erklärt ein Fregattenkapitän.[1] Zu diesem Zweck würden inmitten der Kieler-Woche-Schiffe zwei Speedboote und zwei Segeljachten der Marine platziert - als fiktive "Terroristen". Sie sollten mit Hilfe des Militärradars aufgespürt werden. NATO-Programm Bei LEXXWAR ("Longterm Experimental Setup For Asymmetrics Warfare") handelt es sich um ein neuartiges Radarsystem, das auch Schlauch- und Speedboote aufspüren kann. Mit ihm sollen Hafeneinfahrten oder Meerengen wie Bab al-Mandab - die Meerenge bei Dschibuti, wo die Bundesmarine zur Zeit im Einsatz ist - überwacht werden. LEXXWAR kann Bootstypen, Geschwindigkeiten und Kurse identifizieren; es ist damit zur Piraten-, aber auch zur Aufstandsbekämpfung in Küstengebieten geeignet. Entwickelt wird das System von der deutschen Industrie, darunter die Bremer Rüstungsfirma Atlas Elektronik, die für LEXXWAR spezielle Software zur Lagebilddarstellung erarbeitet - ähnlich dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem der neuen Fregatte F 125. Das jetzt in Kiel getestete Radarsystem ist Teil eines Entwicklungsprogramms der NATO ("Technology for Intelligence, Surveillance, Reconaissance and Target Acquisition of Terrorists", ISRTA), für das Deutschland innerhalb des westlichen Kriegsbündnisses die Führung übernommen hat. Einsatzradius Die deutsche Kriegsmarine nutzt die diesjährige Kieler Woche nicht nur als LEXXWAR-Testszenario mit Gratis-Statisten, sondern auch - wie üblich - zu PR-Zwecken. Zahlreiche Marineschiffe konnten besichtigt werden, darunter die Fregatte Karlsruhe, die den seit 1990 stark gewachsenen Einsatzradius der deutschen Kriegsmarine verkörpert. Nach ihrem ersten Einsatz 1993, der im Mittelmeer stattfand und der Überwachung des Embargos gegen Jugoslawien diente, holte sie 1994 deutsche Soldaten aus Somalia heim - und durchfuhr dabei erstmals den Suezkanal, eine Passage, die mittlerweile fast zum Marinealltag gehört. Seit 2001 ist das Schiff regelmäßig vor dem Horn von Afrika (OEF, Atalanta) oder vor der Küste des Libanon im Einsatz. Die Stadt Karlsruhe unterhält eine offizielle Patenschaft zu dem Kriegsschiff, die durch Besuche, durch Kinderfreizeiten auf der Fregatte und einen in Karlsruhe ansässigen "Freundeskreis" praktisch umgesetzt wird.[2] US-Kommandoschiff Neben der Fregatte Karlsruhe konnten Besucher der diesjährigen Kieler Woche Marineschiffe aus elf Staaten beobachten, darunter die USS Mount Whitney, ein US-Kommandoschiff für amphibische Kriegführung. Es hatte eine zentrale Rolle in der US-Kommandostruktur für die Kriege gegen Jugoslawien (1999) und den Irak (ab 2003) inne. Zuletzt erregte die USS Mount Whitney Aufsehen, als sie im September 2008 nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien ins Schwarze Meer entsandt wurde - unter dem Vorwand, Hilfsgüter zu liefern. Der Vorgang sorgte damals für erhebliche Spannungen zwischen Moskau und Washington.[3] Moralische Munition Eine Neuerung in der diesjährigen Marine-PR ist ein "Sonderfeldpostamt", das am vergangenen Wochenende auf dem Kieler Marinestützpunkt eingerichtet worden war. Die Maßnahme, zuvor auf einer PR-Veranstaltung der Marine in Rostock-Warnemünde erprobt, wird als erfolgreich beurteilt und soll in Zukunft wiederholt werden. Sie dient dazu, die Beziehung zwischen den Militärs in den Operationsgebieten und der deutschen Zivilbevölkerung zu intensivieren. Mehrere Tausend Kieler-Woche-Besucher haben die Gelegenheit genutzt, "um einen spontanen Brief- oder Kartengruß" an die Soldaten "auf den Weg zu bringen", teilt die Marine mit.[4] Die Kontaktpflege in die Kriegsgebiete, die im vergangenen Jahr mit 890.000 Briefsendungen und beinahe 220.000 Päckchen und Paketen das Niveau einer 60.000-Einwohner-Stadt erreicht hat, wird von der Bundeswehr sehr ernst genommen: "Feldpost", heißt es, "ist Munition für die Moral der Truppe."[5]
Quelle: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57561
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:42 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet den Vorwurf der Zensur zurückgewiesen. „Dass Bilder von vergewaltigten Kindern nicht frei zugänglich sind, das ist keine Zensur“, sagte sie der ZEIT. „Im Internet gelten keine anderen Freiheiten als anderswo. Denn wer kinderpornografische Bilder im Netz anklickt, der missbraucht die Kinder erneut und gibt einen Anreiz für die Produktion immer neuer Bilder“, begründete von der Leyen das neue Gesetz. Die Politikerin war von Gegnern des Gesetzes als „Zensursula“ bezeichnet worden. Die Familienministerin machte auch klar, dass nach der Sperrung von Internetseiten auf der Grundlage einer Liste des Bundeskriminalamtes (BKA) zufällige Besucher dieser gesperrten Seiten keine Konsequenzen befürchten müssen. „Es stimmt nicht, dass jeder kriminalisiert wird, der zufällig auf eine gesperrte Seite gerät“, sagte sie. Diese Daten würden sofort gelöscht. Leyen äußerte sich in der ZEIT im Rahmen eines Streitgespräches mit der Initiatorin einer Petition gegen das Gesetz, Franziska Heine. Heine wiederholte ihren Zensurvorwurf. „Es wird mir unmöglich gemacht nachzuvollziehen, ob ich zu einem Thema tatsächlich umfassend Informationen im Netz finde. Das ist für mich Zensur“, sagte sei. Vor allem die Sperrliste des BKA sei intransparent, es gebe „keine Möglichkeit nachzuvollziehen, welche Seiten“ auf die Liste kämen, sagte sie. Heine kündigte eine Klage gegen das Gesetz an: „Ganz sicher werden wir aber auch die juristischen Wege beschreiten und Verfassungsklage einreichen“, sagte Heine, deren Eingabe an den Petitionsausschuss des Bundestages von 134.000 Personen unterzeichnet wurde.
Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/200906243170/Politik/Internetzenszur.html
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:24 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Angesichts der Rekordneuverschuldung des Bundes sieht Steinbrück (SPD) die nächste Bundesregierung vor einer finanzpolitischen Mammutaufgabe. Die neue Regierung werde sich ganz darauf konzentrieren müssen, die Vorgaben der Schuldenbremse zu erfüllen und auf den Pfad der Haushaltskonsolidierung zurückzukehren, sagte Steinbrück dem Tagesspiegel. Steuererhöhungen schloss der Minister erneut aus: «Gerade jetzt in der Krise verbieten sich Debatten über Steuererhöhungen.»
Das Bundeskabinett hat am Vormittag den Haushaltsentwurf für das nächste Jahr und die Finanzplanung bis 2013 beschlossen. Die Pläne von Steinbrück sehen von 2010 bis 2013 neue Schulden in Höhe von 310 Milliarden Euro vor. Damit sollen wegbrechende Steuereinnahmen sowie Mehrkosten für den Arbeitsmarkt, die Sozialkassen und die Konjunkturpakete kompensiert werden.
Der SPD-Politiker Steinbrück rechnet damit, dass die EU spätestens Anfang 2010 ein Defizitverfahren gegen Deutschland auf den Weg bringen wird. «Dann werden wir erklären müssen, wie wir auf drei Prozent zurückkommen werden», sagte der Minister der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Auf Basis der aktuellen Konjunkturprognosen sei damit erst 2013 oder 2014 zu rechnen. Der Euro-Stabilitätspakt erlaubt eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die EU-Finanzminister vereinbarten aber bereits im vergangenen Jahr, wegen der Krise den Stabilitätspakt flexibler zu handhaben.
Der Haushaltsentwuf sieht vor, bis 2013 die Schuldenaufnahme wieder auf knapp 46 Milliarden Euro zurückzuführen. Diese Summe liegt immer noch über dem Schuldenrekord vor der Wirtschaftskrise von 40 Milliarden Euro im Jahr 1996. Die Verabschiedung der endgültigen Etatpläne ist allerdings Sache des neuen Regierungsbündnisses nach der Bundestagswahl im Herbst.
Für 2010 sieht der Etatentwurf neue Kredite von 86,1 Milliarden Euro vor. Das ist die mit Abstand größte Neuverschuldung, die es je gab. Sie könnte am Ende auch über 100 Milliarden Euro liegen, wenn Kosten aus Konjunkturpaket und Bankenrettungsfonds SoFFin zu Buche schlagen. Für dieses Jahr sind bisher neue Kredite von 47,6 Milliarden Euro veranschlagt. Die endgültige Summe ist offen.
Der Vorlage zufolge will der Bund 2011 Schulden in Höhe von 72 Milliarden Euro aufnehmen und 2012 in Höhe von 59 Milliarden Euro. In dem Entwurf begründet Steinbrück die zusätzlichen Schulden mit der «einmaligen Rezession» und verweist auf die Kosten der von der Regierung beschlossenen Konjunkturmaßnahmen. Zu «einer expansiv wirkenden Haushaltspolitik» gebe es in der gegenwärtigen Situation keine Alternative, heißt es. Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen würden die «extreme» Rezession noch verstärken.
Quelle: http://www.news.de/article/2492/rekordschulden-besiegelt
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:19 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Angela Merkel hat eine neue Bedeutung für das Kürzel BRD gefunden: Sie spricht nun gern von der Bildungsrepublik Deutschland. Aber das ist nur ein schönes Wort für eine katastrophale Lage, wie sie die Proteste der Studenten und die Streiks der Erzieher gerade schlaglichtartig beleuchten.
In keinem anderen Feld widersprechen sich die tönenden Parolen der Politiker und die Wirklichkeit so drastisch wie in der Bildung, und das schon seit Jahrzehnten. Nirgendwo sonst gehen Unvernunft von Politikern, Unfähigkeit von Verwaltung und Unsinn des Föderalismus eine solch unheilvolle Verbindung ein wie ausgerechnet bei der Erziehung und Ausbildung unserer jungen Leute, die ja unbestreitbar und nicht nur in Sonntagsreden die Zukunft des Landes ausmachen.
80 000 Schüler ohne Abschluss in jedem Jahrgang, die schärfste soziale Bildungsselektion in Europa, zu große Klassen, zu wenige Lehrer, zu wenige Hochschulabsolventen für eine sogenannte Wissensgesellschaft, eine Finanzausstattung, die im europäischen Vergleich im unteren Drittel liegt, dabei allen Bekundungen zum Trotz sinkende staatliche Bildungsausgaben, dazu viele baufällige Schulen und Universitäten, ein geringschätziger Umgang mit den Lehrenden und Erziehenden - so sieht es aus in der Bildungsrepublik von Angela Merkel und ihrer Ministerin Annette Schavan, die den protestierenden Studenten gestriges Verhalten vorwirft und selber ein vorgestriges Schulsystem verteidigt.
Ach, Merkel ist gar nicht zuständig? Stimmt, sie tut nur so, wenn sie zum Beispiel zu einem Bildungsgipfel ruft, der so folgenlos bleibt wie der Wunsch nach Schneefall mitten im Sommer. Wenn aber die Kanzlerin persönlich die Bildung zur Priorität erklärt, öffentlichkeitswirksame Aktionen startet und sich nichts, aber auch gar nichts ändert, bestätigt dies nur den verbreiteten Zweifel an der Fähigkeit und dem Willen der Politik, eine der schlimmsten Miseren des Landes in den Griff zu bekommen. Es ist Symbolpolitik, die sich als Scheinpolitik entlarvt. Das ist so, weil sie sich an das eigentliche Strukturproblem nicht heranwagt, den Bildungsföderalismus.
Auf kaum einem Feld behauptet sich der Eigensinn der Länder so sehr wie ausgerechnet in der Bildung. Sie vor allem sind verantwortlich für die desaströse Lage. Jüngstes Beispiel ist der jetzt so plötzlich auftretende Lehrermangel in den kommenden Jahren. Im richtigen Leben würde jeder, der über Jahrzehnte bei der Erfüllung einer wichtigen Aufgabe so versagt, ihrer entbunden werden. In der Politik haben die Länder mit der Föderalismusreform noch zusätzliche Kompetenzen erhalten.
Aber die Wut wächst. Die Proteste dieser Tage zeigen, dass sich die Betroffenen zu wehren beginnen. Schon sind Landtagswahlen auch wegen Bildungsthemen wie dem Turboabitur und Studiengebühren verloren gegangen. Die sind der klarste Ausdruck der völligen Fehlorientierung vor allem der christlich-liberal betriebenen Bildungspolitik. Sie unterwirft auch noch die Bildung dem Marktgedanken, macht aus Studenten Kunden und aus Bildung eine Ware, die dann noch nicht einmal in hinreichender Qualität geliefert wird. Sie verschärft die soziale Selektion, anstatt sie zu dämpfen, und sie fördert ein Elitedenken, das gesellschaftsschädlich ist. Haben nicht viele Manager, die mitverantwortlich sind für die große Wirtschaftskrise, hochgepriesene Eliteschulen absolviert? Offenbar werden dort gewisse Kenntnisse nicht vermittelt - von der ganz allgemeinen Fähigkeit zum selbstständigen Denken über soziale Kompetenz bis zum Wissen um die Funktion von Derivaten in einem globalisierten Markt. Exzellent!
Alle Parteien behaupten, die Bildung habe Priorität. Aber keine nimmt dieses Versprechen ernst. Zu kleinmütig, zu feige sind ihre Ansätze. Mehrere hundert Milliarden Euro hat der Staat in die Hand genommen, um systemrelevante Banken zu retten. Was ist aber systemrelevanter als die Erziehung und Bildung der künftigen Generationen, als die Entwicklung einer gerechten, leistungsfähigen Bildungsordnung? Einige Milliarden aus den Konjunkturprogrammen fließen nun in die Sanierung von Bildungseinrichtungen, 18 Milliarden in zusätzliche Studienplätze. Gut, dass das geschieht, aber es ist auch nur weiteres Flickwerk, Herumdoktern an einem durch und durch kranken System.
Ein großer Wurf sähe anders aus. Ein großer Wurf würde Schluss machen mit dem völlig gescheiterten Bildungsföderalismus. Die Parteien suchen nach zündenden Wahlkampfthemen? Bitte sehr, die Partei, die sich eine radikale Bildungsreform aus einem Guss zum Ziel setzen würde, von den Krippen über die Schule bis zur Universität, orientiert am Gemeinwohl und nicht am Elitedenken, verbindlich von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern, die hätte ein Thema. Allein die Debatte über ein solches Programm könnte eine gesellschaftliche Wucht entfalten, die erstarrte Verhältnisse zum Tanzen bringt.
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Alle Parteien behaupten, die Bildung habe Priorität. Aber keine nimmt dieses Versprechen ernst. Zu kleinmütig, zu feige sind ihre Ansätze.
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0619/meinung/0011/index.html
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Freitag, 03. Juli 2009 um 17:44 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Während das Hadopi-Gesetz gegen Filesharing in Frankreich nach dem Verfassungsgerichtsurteil gegen Internetsperren vor einer Neuauflage steht, ist auch in Deutschland die Einführung von Schnellverfahren und Internet-Entzug für Filesharer in der Diskussion. Auf einer Veranstaltung des Kölner Forum Medienrecht lieferten sich Juristen und Wirtschaftsvertreter am Mittwoch einen harten Schlagabtausch über die Zulässigkeit solcher Maßnahmen. Anzeige
Der Münsteraner Informationsrechtler Thomas Hoeren sieht Deutschland schon auf dem halben Weg bei der Einführung eines solchen Modells. So sei mit der Verabschiedung des Zugangserschwerungsgesetzes zur Blockade von Kinderporno-Seiten der erste Schritt gemacht worden, um die Provider zur Durchsetzung von privatwirtschaftlichen Ansprüchen einzuspannen. "Es ist ganz klar: Die Musikindustrie hat hier gewonnen", sagte Hoeren. "Wir haben es mit bestochenen Abgeordneten und mit bestochenen Gutachtern zu tun – eine offene Diskussion ist damit nicht zu erwarten". Dieser Vorwurf wurde von EMI-Manager Stephan Grulert zurückgewiesen: "Wir sind längst nicht so stark organisiert, wie man sich das so vorstellt". Die Musikindustrie sei in Wahrheit relativ ratlos angesichts der Internet-Piraterie, man sehe in dem französischen Weg aber ein "charmantes Modell – wenn auch eins mit großen Problemen".
Hoeren machte starke rechtliche Bedenken gegen die sogenannte "graduated response" geltend, bei der eine Behörde oder eine Clearing-Stelle Internet-Nutzer bei Urheberrechtsverstößen zunächst verwarnt und nach dem dritten Verstoß den Internet-Anschluss kappt. So sei zunächst zu prüfen, ob es ein Grundrecht auf einen Internet-Anschluss gebe. Mit dem Three-Strikes-Modell werde die Unschuldsvermutung umgedreht: "Es kann nicht sein, dass eine wild gewordene Behörde das allein beschließt", sagte Hoeren. Die Kappung des Internet-Anschlusses sei mit deutschem Recht zudem nicht vereinbar. Hoeren sieht darin eine Doppel-Bestrafung, da die straf- und zivilrechtliche Verfolgung der Filesharer keineswegs ausgeschlossen werde. Auch der Umgang mit den IP-Daten sei höchst brisant. Hier solle die Musikindustrie den neu geschaffenen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch nutzen, statt immer neue Maßnahmen zu fordern. Dass Providern verboten werde, mit gekappten Kunden einen neuen Vertrag abzuschließen, sei datenschutzrechtlich nicht machbar.
Widerspruch zu Hoerens Positionen kam vom Hamburger Jura-Professor Karl-Heinz Ladeur: Der Widerstand gegen das Modell baue einen Popanz auf, dem von Hoeren vertretenen "nomadierenden Individualismus" müssten Grenzen aufgezeigt werden. Zwar sei der zivilrechtliche Auskunftsanspruch geschaffen worden, die Durchsetzung aber durch das gerichtliche Verfahren stark erschwert worden: "Man kann sich kaum vorstellen, dass man solche Verfahren en masse durchführt."
Ladeur hat ein Modell entwickelt, mit dem ein Three-Strikes-Verfahren auch in Deutschland einführbar wäre – nach Auffassung des Juristen sind dazu nicht einmal Gesetzesänderungen notwendig. So sei die Erhebung von Verkehrsdaten von Filesharern zwar durch das Grundgesetz eingeschränkt, in diesem Fall aber durch das Recht auf Eigentum gedeckt. Die notwendige Rechtsgrundlage zur Feststellung der IP-Adressen sieht er in Paragraph 100 des Telekommunikationsgesetzes, das den Providern erlaubt, Verkehrsdaten bei Missbrauch von Telekommunikationsdiensten zu erheben. Der illegale Austausch von urheberrechtlich geschützten Daten stellt nach Ladeurs Interpretation bereits einen solchen Missbrauch dar – vergleichbar etwa mit belästigenden Anrufen. "Meiner Ansicht nach müssten Provider dies in ihre AGB aufnehmen", sagte Ladeur.
Da die IP-Adressen dennoch nicht ohne Richterbeschluss an Rechteinhaber weitergegeben werden dürfen, rät Ladeur zur Einrichtung einer Clearing-Stelle unter Beteiligung der Provider, die ertappte Nutzer eigenständig verwarnt. Um ungerechtfertigte Maßnahmen auszuschließen und gleichzeitig den Datenschutz zu wahren, sollen Name und Adresse des Nutzers nur verschlüsselt hinterlegt werden – der Nutzer könne sich nach einer Information durch den Provider unter einem Pseudonym gegen die erhobenen Vorwürfe wehren. "Die Eingriffstiefe dieser Maßnahmen ist aus Sicht der Betroffenen denkbar gering", erklärte Ladeur. So sei davon auszugehen, dass die meisten Internet-Surfer durch die ersten Benachrichtigungen abgeschreckt würden und illegale Downloads einstellten. Musik-Manager Grulert stützte diese Auffassung: "Wir haben noch nie jemanden zum zweiten Mal abgemahnt."
Ladeur sieht die Internet-Provider in der Pflicht, da im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches als Störer anzusehen seien – erntete von den anwesenden Juristen aber starken Widerspruch. "Eine Alternative wäre die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage, die die Provider zur Durchsetzung der Maßnahmen zwingt". Das Ergebnis sei dann eine "regulierte Selbstregulierung".
Einen Einblick in die französische Gesetzgebung bot Sylvie Nérisson vom Max-Planck-Institut für geistiges Eigentum in München. So habe die französische Regierung schon seit 2006 versucht, entsprechende Gesetze einzuführen, sei aber immer wieder an juristischen Problemen gescheitert. Zum Beispiel ist bei einem Download nicht festzustellen, welche Person letztlich hinter der IP-Adresse steckt. So könnten ganze Familien vom Internet abgeschnitten werden, weil ein Kind etwas heruntergeladen habe. Deshalb sehe das französische Gesetz nicht etwa die Bestrafung für einen illegalen Download vor, sondern der Anschlussinhaber werde wegen der Vernachlässigung seiner Sicherungspflichten belangt. Die Kappung des Internet-Anschlusses ist für die französische Juristin aber ein nicht nachzuvollziehender Schritt: "Es wäre eine Entartung des Urheberrechts, wenn auf seiner Grundlage der Zugang zu Werken verwehrt wird. In dem Recht geht es darum, dass die Künstler entlohnt werden."
[Update]: CDU/CSU haben übrigens die Forderung nach Internetsperren für Urheberrechtsverletzer aus dem Entwurf für ihr Bundestagswahlprogramm erst einmal wieder gestrichen. Die Formulierung soll durch die allgemeine Klausel "Rechtsverletzungen werden wir effektiv unterbinden" ersetzt werden.
Quelle : http://www.heise.de/newsticker/Internetsperren-gegen-Urheberrechtsverletzer-auch-fuer-Deutschland-Update--/meldung/141084
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:43 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Die Partei von Bundesinnenminister Schäuble folgt weiter den selbst entwickelten EU-Vorgaben für Bevölkerungs- und Internet-Kontrolle, die schon in Frankreich gescheitert sind.
Die “Militär Union” kann es nicht lassen: wie soeben die deutschsprachige Investigativ-Zeitung “Mein Parteibuch” (1) aus Malaysia berichtet, plant die Christlich-Diktatorische Union in ihrem aktuellem Programm zur Bundestagswahl am 27.September nach “französischem und britischem Vorbild” die Errichtung einer staatlichen Ermächtigungsbehörde mit der Vollmacht einen totalen Entzug des Zugangs zum Weltinformationsnetz zu verhängen. Dies wäre, in der Tat, genau der faschistische Polizeistaat, vor deren Errichtung in Deutschland und Grossbritannien Radio Utopie bereits am 2.September 2007 warnte (2).
Auszug aus dem an die Öffentlichkeit gedrungenen Bundestagswahlprogramm der CDU:
“Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wo es angesichts der geringen Schwere von Straftaten vertretbar ist, soll eine Selbstregulierung greifen. Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren. Wir werden auf den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit gegen Internet-Kriminalität drängen. In Deutschland treten wir für eine stärkere Bündelung der Aktivitäten im Kampf gegen Internet-Kriminalität ein. Bundeskriminalamt, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die entsprechenden Einrichtungen der Länder sind hierfür personell und technisch weiter zu stärken. Die Bemühungen um die Aufklärung der Nutzer und die Verbesserung der Medienkompetenz müssen intensiviert werden.”
Schäuble und der CDU geht es nicht um Rechtsverletzungen der Bürger, es geht ihnen um die Legalisierung eigener Rechtsverletzungen.
Am 10.Juni erklärte der französische Verfassungsrat das vom willigen Parlament auf Druck der Regierung beschlossene Internet-Sperrgesetz für Nutzer von Musik-Tauschbörsen für verfassungswidrig (3). Dieses Gesetz, so der Verfassungsrat von Paris, widerspreche der nach der französischen Revolution 1789 verfassten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, auf die heute sämtliche zivile Rechtssprechung und alle geltenden Verfassungen aufbauen. Die Kommunikationsfreiheit der Menschen sei durch diese Grundrechte gesichert, in der Digitalen Epoche gelte dies auch für die Informationsbeschaffung im Internet.
Der französische Verfassungsrat erklärte dazu, ein schwerwiegender Eingriff in dieses Menschenrecht – die Sperrung eines Internetanschlusses – dürfe nach wie vor nur ein Richter entscheiden und nicht eine Kontrollbehörde. Ausserdem würde das Gesetz die Unschuldsvermutung untergraben, weil der Besitzer des Internetanschlusses nicht mit dem Raubkopierer identisch sein muss. Der Anschlussinhaber müsse beweisen, dass er nicht illegal heruntergeladen habe. Diese Beweislastumkehr sei nicht verfassungsgemäß.
Die französische Regierung, samt ihrem smarten Präsidenten, kuschte kleinlaut vor seinem Verfassungsgericht und verabschiedete das Gesetz ohne die für verfassungswidrig erklärten Passagen (4). Gleichzeitig setzte man für die Öffentlichkeit das übliche dümmliche Verlierer-Lächeln für Berufslügner auf, wenn sie wieder einmal erwischt worden sind wie sie versuchen das Volk zu betrügen, und schwadronierte sich eins, man wolle dies, man wolle das.
Natürlich passierte nichts: der Versuch zum totalen Entzug des Zugangs zum Weltinformationsnetz durch eine jenseits allen Rechtsstaates funktionierende Ermächtigungsbehörde war kläglich gegen die Wand gefahren. Kein Grund für die deutsche CDU nicht einfach stumpf darüber hinweg zu lügen und den Leidensdruck der französischen Brüder jetzt mit voller Wucht am eigenen Leibe zu erfahren.
Seit der Übergabe der strategischen Kommunikationsüberwachung an den BND im Jahre 1994 durch die CDU-Regierung des Paten Helmut Kohl, haben Polizei und Geheimdienste jedes Mass verloren und systematisch, hemmungslos und verlogen bis ins Mark die Bevölkerung beschnüffelt. Missliebige Abgeordnete und Politiker wurden mit Insider-Informationen erpresst, Parteien manipuliert, potentielle politische Talente aus dem Weg geräumt und sich um die Grundrechte einen feuchten Kehricht gekümmert.
Die Tatsache, dass Deutschland immer noch eine rechtsgültige Verfassung namens Grundgesetz hat, scheint die Überwachungspartei CDU dabei bis heute nicht zu scheren. Offenbar setzt man auf einen Kniefall des Verfassungsgerichtshofes bei der anstehenden Entscheidung über den ohne Volksabstimmung verabschiedeten Lissabon Vertrag, der nach Einschätzung von Juristen die Berliner Republik zu einem EU-Bundestaat und das Grundgesetz zu einer Länderverfassung degradiert (5). Die Deutschen hätten damit ihre Souveränität endgültig eingebüsst und wären zum vierten Mal in einem Reich gelandet, zusammen mit den 420 Millionen anderen Häftlingen der sogenannten “Europäischen Union”.
Der Berliner Chunta, eins zu eins austauschbar mit diesem Plutokraten-Witz von EU, geht es nur um ein: das Volk zu belügen und auszubeuten ohne dass es auffällt, und wenn es auffällt, darf es sich nicht dagegen wehren können. Das ist die einzige Leidenschaft, die SPD und CDU noch umtreibt: die Herrschaftssucht alter feudaler Pfeffersäcke.
Quelle: http://www.radio-utopie.de/2009/06/23/cdu-entlarvt-totaler-entzug-des-internetzugangs-fuer-bundesbuerger-im-wahlprogramm/
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:42 Uhr
Nachrichten Deutschlandweit
Die EU-Kommission hat einen 14-Punkte-Plan (PDF-Datei) veröffentlicht, mit dem sie bei der Entwicklung des "Internets der Dinge" weltweit eine führende Rolle übernehmen möchte. Die "Internetrevolution" trete in eine neue Etappe, durch Hochgeschwindigkeitsverbindungen werde das Netz immer leistungsfähiger, erläutert die EU-Kommission. Maschinen, Fahrzeuge, Geräte, Sensoren und viele andere Dinge würden interaktiv verbunden. "Die Aussichten für diese neue Entwicklung sind so grenzenlos wie die Zahl der Gegenstände unseres Alltagslebens", sagte dazu die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. "Allerdings müssten wir sicherstellen, dass die Europäer als Bürger, Unternehmer und Verbraucher die Technologie gestalten und nicht umgekehrt." Anzeige
Zu den 14 Maßnahmen des Aktionsplanes zählen die Standardisierung der Technik, Intensivierung der Forschung, Vorkehrungen für höhere Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre. Bereits vor vier Wochen hatte die Kommission dazu eine Empfehlung (PDF-Datei) für Anwendungen mit RFID-Chips verabschiedet, die beim "Internet der Dinge" eine zentrale Rolle spielen. Gefördert werden soll auch der Übergang zum neuen Internet-Adressprotokoll IPv6, um für die Milliarden von möglichen Objekten genügend Adressierungsraum anbieten zu können. In diesem Zusammenhang empfiehlt der EU-Aktionsplan ein möglichst dezentrales System für das Management des "Object Naming System" (ONS) zu entwickeln.
Dies entspricht einer Forderung von Bernard Benhamou vom französischen Forschungsministerium, die er vergangene Woche auf einer Expertentagung in Leipzig aufstellte. Dort trat er dafür ein, aus den Fehlern beim Aufbau eines globalen Managements für das Domain Name System (DNS) des öffentlichen Internets zu lernen. Das "Governance Modell" für das "Internet der Dinge" müsse dezentral konzipiert und förderal organisiert sein.
Momentan wird der ONS-Dienst nur von EPCGlobal angeboten. EPCGlobal nutzt dabei eine .com-Domain. Die .com-Domain wiederum wird von VeriSign betrieben, der größten DNS-Registry der Welt mit über 80 Millionen .com- und und 12 Millionen .net-Adressen. Die französische Regierung arbeitet seit 2008 an einem ONS-Projekt auf einer .fr-Domain. Marisa Jimenez von EPC Global stimmte in Leipzig dem Grundsatz für mehr Wettbewerb zu. DNS und ONS seien nicht unmittelbar vergleichbar. ONS sei ein sehr eng begrenzter technischer Dienst, der auf vertraglicher Basis zwischen dem Dienstanbieter und dem jeweiligen Kunden geregelt würde. Das System müsse nicht zentral und global verwaltet werden. (Wolfgang Kleinwächter) / (anw/c't)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/EU-will-beim-Internet-der-Dinge-eine-fuehrende-Rolle-spielen--/meldung/141020
Freitag, 03. Juli 2009 um 17:24 Uhr
Medien-Manipulation
Die BBC wurde mal wieder beim Täuschen der Öffentlichkeit erwischt in dem sie ein Foto einer Pro-Ahmadinejad-Kundgebung als Aufnahme von Anti-Regierungs-Demonstranten präsentierte, die mit Hossein Mousavi symphatisieren würden. Auf einem Bild das die L.A. Times am Dienstag auf ihrer Website zeigte, war der iranische Präsident Ahmadinejad zu sehen wie er bei einer öffentlichen Veranstaltung einer Masse seiner Unterstützer zu- winkte. In einer gestrigen Story über Wahlprotestler benutzte die BBC einen gezoomten Ausschnitt des gleichen Bildes aus dem Ahmadinejad weggeschnitten war. Der Untertitel des Bildes lautete: ‚Hossein-Mousavi-Anhänger setzen sich erneut über Demonstrationsverbot hinweg’. Das BBC-Foto ist eindeutig identisch mit dem Foto der Pro-Ahmadinejad-Versammlung das in der L.A. Times veröffentlicht wurde. Dennoch wird es als Anti-Ahmadinejad-Protest untertitelt. Hier die Bilder (Klicken sie auf die Bilder für eine Vergrößerung):
Ein Leser erzählte der WhatReallyHappened Website: „Nun ich glaube dass die Behauptung, es sei eine Versammlung für Mousavi gewesen, eindeutig nicht der Wahrheit entspricht, denn während ich die Nachrichtenseiten durchstöberte, bemerkte ich in einer Story der BBC über den Iran ein Bild das mir bekannt vorkam – es zeigte die gleiche Versammlung, nur heran- gezoomt um Ahmadinejad auszuschneiden. Wie an dem Baum und dem runden Gebäude im Hintergrund zu sehen ist, handelt es sich ganz klar um die gleiche Veranstaltung. Irgendwie schafft es die BBC wohl, die L.A. Times in der Qualität ihrer Reportagen zu übertreffen – denn sie haben tatsächlich das Foto der riesigen Pro-Ahmadinejad- Versammlung mit ‚Hossein-Mousavi-Anhänger setzen sich erneut über Demonstrationsverbot hinweg’ untertitelt – eine offensichtliche Lüge und Verschleierung dessen was wirklich zur Zeit im Iran passiert!“
Kurz nach dem auf der WhatReallyHappened-Seite die Wahrheit über das falsch dargestellte Foto auftauchte, änderte die BBC den Bildtext in dem ursprünglichen Artikel. Das ist nicht das erste mal dass die BBC dabei erwischt wurde, auf unzulässige Weise Bild- und Videomaterial zu bearbeiten und für politische Propaganda zu benutzen. Während dem Fall von Bagdad im April 2003 übertrugen die BBC und andere Vertreter der Mainstream-Medien Nahaufnahmen des „Massenaufstandes“, wobei Iraker mit Hilfe von US-Truppen die Saddam-Hussein-Statue am Fardus Square abrissen. Die Nahaufnahmen wurde dazu benutzt um zu unterstellen, dass Hunderte oder sogar Tausende Iraker an einer dem Fall der Berliner Mauer ähnlichen „historischen“ Befreiung teilhaben würden. Als dann im Internet Weitwinkel-Aufnahmen veröffentlicht wurden die nie im TV übertragen worden waren, kam die Wahrheit über den „Massenaufstand“ ans Licht. Die Menge um die Statue herum war sehr spärlich und bestand größtenteils aus US-Truppen und Journalisten. Die BBC musste später zugeben, dass nur „Dutzende“ Iraker am Sturz der Statue beteiligt waren. Die ganze Szene war eine einzige Farce, durch die Zurückhaltung der Weitwinkel-Aufnahmen wurde die Welt davon überzeugt, es hätte sich bei dem Ereignis um einen triumphalen und historischen Massenaufstand der irakischen Bevölkerung gehandelt. Welche Ansichten über die Legitimität von Ahmadinejad und die Genauigkeit der iranischen Wahlergebnisse sie auch immer haben mögen, die Tatsache dass das angloamerikanische Establishment und seine Medienorgane das Chaos im Iran ausnutzen und weiter anheizen um ihn noch mehr zu destabilisieren, steht außer Frage. In der Tat hat das US State Department, welches routinemäßig das Internet als Werkzeug von Extremisten und Terroristen dämonisiert wenn es dazu genutzt wird die US Außenpolitik zu kritisieren, heute den beispiellosen Schritt unternommen zu erbitten, dass Twitter.com
„geplante Wartungsarbeiten verschiebt damit iranische Demonstranten es weiter dazu nutzen können, um Bilder und Berichte der Unruhen zu veröffentlichen,“
wie die London Times berichtet.
Quelle: http://infokrieg.tv/2009_06_22_bbc_iran_bildmanipulation.html
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